Spielfreude, Einsatz, Fairness - FCA Team "Zemä" am Inclusion-Cup
«Du bist in der Verteidigung», gibt Rayco Gutierrez bekannt. «Ist das vorne?» «Nein, hinten.» Das Gespräch zwischen dem Gründer und Coach des Inklusionsteams des FC Appenzell und einer seiner Spielerinnen findet im St.Galler Gründenmoos statt. Auf drei Tage verteilt sind die Fussballerinnen und Fussballer vom Team "zemä" des FCA im Gründenmoos im Einsatz.
Teilweise sind die körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen offensichtlich, manchmal auch nicht. Die St.Galler Regierungsrätin Bettina Surber schreibt im Turnierprogramm: «Fussball zeigt, was Sport im besten Sinne sein kann: ein Ort der Begegnung. Ein Ort, an dem Unterschiede nicht verschwinden müssen, um gemeinsam etwas zu erleben.» Zum zweiten Mal nach 2024 nehmen die Appenzeller am Turnier teil. Im Vergleich zu damals sind Fortschritte in der Technik und im Spielverständnis auszumachen.
Abklatschen, Umarmen
Der Start gegen Winterthur verläuft stimmungsvoll (2:0). Natürlich sind auch den Inklusionsteams Siege lieber als Niederlagen. Gegen den Dubai Club for People of Determination resultiert ein 0:4. Die Spielfreude und der Einsatz lassen nicht nach. Auffällig ist der faire Umgang. Auf einen Zusammenstoss folgt die sofortige Entschuldigung, mit einer Geste, einem Abklatschen oder einer Umarmung. Sich sprachlich auszudrücken ist gegen Dubai schwierig. Ein «Super, super!» ist aber international verständlich. «Das waren richtige Männer», stellt ein Appenzeller fest. Und sie hätten schön zusammengespielt, wie der Coach ergänzt. Seine Schützlinge nicken. Gutierrez nützt die Gelegenheit, auf der Taktiktafel das Positionsspiel in Erinnerung zu rufen.
Gegen weitere grosse Namen
Vor der dritten Partie (gegen die Fundaçao Benfica Lissabon) sagt der Coach: «Wir versuchen es besser zu machen als St.Gallen kürzlich beim 0:5…» Gross ist der Jubel nach dem 3:1. Das Turnier mit den Inklusionsteams ist eingebettet in ein grosses Programm – mit je einem Turnier für Beinamputierte, für U17-Junioren sowie für regionale FF17-Juniorinnen. Und in gemischten Mannschaften wird dem Inklusionsgedanken speziell Rechnung getragen. Am zweiten Tag nimmt das Turnier für Appenzell den Fortgang mit teilweise neuer Gegnerschaft wie VfB Stuttgart, Werder Bremen, Chelsea oder Paris St.Germain. Die Namen der Stammvereine sind klingend, deren Spielerinnen und Spieler weisen mehrheitlich mehr Erfahrung auf als die Innerrhoder. So resultiert denn auch die eine oder andere deutliche Niederlage – umso mehr freuen sie sich über die eigenen Tore. Zusätzlich geht am Sonntag ein Spieltag der Swiss Inclusion League über die Bühne.