Dominanz mit wenig Ertrag: FC Appenzell 2 gewinnt einen statt drei Punkte
Fussball ist ein Spiel der Effizienz. Wer das am letzten Samstag auf Schaies noch nicht wusste, hat es spätestens nach 90 Minuten gelernt. Der FC Appenzell 2 kontrollierte die 4. Liga-Partie gegen Urnäsch die Partie über weite Strecken, diktierte Rhythmus und Struktur und stand am Ende mit einem 2:2 mit nur einem von drei möglichen Punkten da. Nach fünf von 18 Runden liegen die Innerrhoder in der Rangliste auf Rang fünf.
Die Hausherren waren gewarnt. Urnäsch galt als harter Gegner, entsprechend hatte man sich im Vorfeld auf klare Leitlinien verständigt, die auf dem Platz auch diszipliniert umgesetzt wurden. Das Problem lag nicht im Konzept, sondern in der Chancenverwertung und in der "brutalen" Ökonomie des Gegners. Denn Urnäsch brauchte nicht viel. In der 19. Minute genügte einer der wenigen Vorstösse, um durch Jonas Rusch in Führung zu gehen. Ein Muster, das sich wiederholen sollte. Die Reaktion der Innerrhoder kam kontrolliert statt hektisch. In der 36. Minute brachte Keanu Lippuner einen Eckball präzise in die Zone, Laurin Manser löste sich und köpfte zum verdienten 1:1 ein. Der Pausenstand spiegelte das Kräfteverhältnis nur ansatzweise wieder.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild wenig: Appenzell am Ball, Urnäsch im Abwarten. Die Gäste tauchten zwar hin und wieder vor dem Tor auf, echte Gefahr ging davon jedoch selten aus. Umso bitterer, dass ausgerechnet zwei Distanzschüsse den Unterschied machen sollten. Der zweite davon, abgefeuert von Nando Zuberbühler, schlug in der 68. Minute zum 1:2 ein. Besonders war auch die disziplinarische Bilanz: Fünf Verwarnungen gingen an die Heimmannschaft, die Gäste blieben komplett ohne Karte; eine Verteilung, die bei einem derart intensiv geführten Spiel Fragen aufwirft. Der FC Appenzell 2 liess sich davon nicht aus der Bahn werfen. In der 83. Minute war es erneut Keanu Lippuner, der mit seiner zweiten Vorlage des Abends die Flanke in den Strafraum brachte. Marcel Koch stieg beinahe von der Sechszehnerlinie hoch und köpfte zum 2:2 ein, ein Treffer, der nicht nur den Punktgewinn sicherte, sondern auch die mentale Verfassung dieser Mannschaft dokumentierte.
Fazit von Trainer Adem Tekin: Ein Spiel, das exemplarisch zeigte, wie wenig Feldüberlegenheit wert ist, wenn die Konkurrenz ihre Gelegenheiten mit maximaler Präzision verwertet. Die Spielanlage der Einheimischen stimmte, die Mentalität ohnehin. Was fehlte war der letzte Zug vor dem Tor. Wer so auftritt, wird belohnt werden, nur eben nicht am letzten Samstagabend. adtek/mk