Beide "gewinnen" je eine Halbzeit - Teufen und Appenzell spielen 2:2 Unentschieden
Der FC Teufen und der FC Appenzell trennen sich im Derby mit einem 2:2. Turbulent ist in der 3.-Liga-Partie auf dem Teufner Landhaus vor allem die Phase direkt vor der Pause, als Torhüterfehler bestraft werden. Die Innerrhoder führen am Sonntagnachmittag zweimal. Die favorisierten Gastgeber besitzen ein Chancenplus und vergeben unter anderem einen Penalty.
Da Marcos Gandara, dort Marco Pola. Der Unterschied zwischen den Vornamen der beiden Trainer von Teufen und Appenzell ist ein einziger Buchstabe. In der Tabelle liegt zwischen den Mittelländern und den Innerrhodern mehr, es sind sieben Ränge und neun Punkte. Und auf dem Feld? Beide Teams können am Sonntag im 3.-Liga-Derby je eine Halbzeit für sich "buchen". Die Punkteteilung auf dem Sportplatz Landhaus fällt entsprechend korrekt aus.
Die Gastgeber lassen zunächst die Überzeugung vermissen. Appenzell ist vor der Pause "griffiger" und klarer in den Aktionen. Die Führung kommt verdient zustande – Leon Keller versetzt auf der linken Seite den Teufner Abwehrchef Nico Weiler und trifft sehenswert zum 1:0 für Appenzell. Nach 39 Minuten stösst Kevin Streule alleine vor und scheitert an Goalie Leon Schulte. Es ist die auffälligste Szene Streules, mit sechs Treffern führender Schütze der Gruppe 2. Teufens bester Torschütze Ramon Germann fehlt im Derby – er weilt in den Ferien. Auch Verletzungen führen dazu, dass auf beiden Seiten die Personaldecke dünn ist. Mauro Höhener (Teufen) und Marco Hörler prallen mit den Köpfen zusammen; für den Innerrhoder ist die Partie früh zu Ende. An seiner Stelle kommt der 16jährige Mauro Fässler zu einem 60-minütigen Einsatz.
Ungeschickt da wie dort
Die turbulenteste Phase des Sonntags ist jene direkt vor der Pause. Und die beiden Torhüter rücken mit ungeschickten Aktionen unfreiwillig in den Mittelpunkt. Nach einem weiten Pass von Elia De Lazzer aus der eigenen Zone kommt es zu einem Prellball zwischen Goalie Adrian Koster und Mauro Höhener: Teufens Angreifer hat leichtes Spiel und schiebt zum 1:1 ein. Kaum haben die Innerrhoder wieder angespielt, vertändelt Schulte im Strafraum den Ball leichtsinnig: Lukas Haas sorgt dafür, dass die Gäste wieder vorn liegen. Und die Nachspielzeit beginnt eben zu laufen, als Patrick Babic praktisch auf der Strafraumlinie von Damian Moser gefoult wird. Der Schiedsrichter pfeift Penalty. Weiler scheitert aber an Koster.
"Mit mehr Mut gespielt"
"Nach der Pause waren wir viel besser in den Zweikämpfen und haben mit mehr Mut gespielt", stellt Marcos Gandara fest. Aufgrund der Chancen hätte seine Mannschaft gewinnen können. Oder sollen. Einmal wird Nando Sonderegger in extremis von Leon Keller abgedrängt, einmal stürzt Jean Noël Höhener nach einem Rückpass von Lukas Kern in aussichtsreichster Abschlussposition. Nach 80 Minuten schickt Kern Höhener in die Tiefe – der behält die Ruhe und trifft präzis zum 2:2. Dabei bleibt es nach vielen verbissenen Aktionen, die aber fast ausnahmslos anständig geführt werden. Die Innerrhoder lassen in der zweiten Halbzeit die zuvor gezeigte Präzision und die Ausgewogenheit vermissen. Der Trainer macht eine gewisse Ängstlichkeit aus. "Viel mehr können wir aktuell aber wohl nicht leisten."
Appenzell wartet weiter
Die Mannschaft sei intakt, teilt Marco Pola die Eindrücke des neutralen Beobachters. Und das Unentschieden im Derby sei gut für die Moral. Tabellarisch bringt das Resultat den Innerrhodern allerdings wenig. "Darauf schauen wir nicht." Appenzells letzter und einziger Sieg dieser Saison datiert vom 22. August. Schon am kommenden Samstag tritt die Mannschaft zum nächsten Derby an – zuhause gegen Leader Herisau. "Natürlich brauchen wir Punkte. Aber Angst in der Abstiegsfrage habe ich keine", sagt der Trainer. Die Innerrhoder liegen drei Runden vor Vorrundenschluss auf dem zehnten Platz direkt über dem "Relegations-Strich", einen Zähler vor Staad und zwei vor Gams. Die verlieren am Wochenende beide. Der Tabellendritte Teufen seinerseits sieht seinen Rückstand auf Herisau auf vier Punkte angewachsen. lup
Teufen spielte mit: Schulte; C. Fässler, Weiler, De Lazzer, T. Fässler (46. Schubiger); Sonderegger (73. Huber), Andraska, Babic, M. Höhener; J.N. Höhener, Kern.
Appenzell spielte mit: Adrian Koster; Mario Breitenmoser, Damian Moser (88. Ivan Kuhac), Andrej Hörler, Marco Hörler (33. Mauro Fässler); Luca Hörler, Leon Keller, Kushtrim Rexhepi (74. Marko Jurkic), Joel Koch (79. Dimitri Wyss); Lukas Haas, Kevin Streule.