Befreiungsschlag auf der Kreuzbleiche SG für FC Appenzell zwei

Kollektives Einlaufen von Appenzell 2 vor idyllischer Umgebung.

Es gibt im Fussball Spiele, die mehr sind als drei Punkte. Der Auftritt des FC Appenzell 2 auf der St. Galler Kreuzbleiche beim Tabellenletzten Jedinstvo SG war ein solches. Sieben Tage nach dem ernüchternden 0:5 gegen Winkeln präsentierte sich dieselbe Mannschaft in gänzlich anderem Gewand – klar strukturiert, zielstrebig und vor allem effizient. Am Ende stand ein 6:1 für die Spieler vom Alpstein, das in seiner Deutlichkeit keinerlei Fragen offenliess.

Die Richtung war früh vorgegeben. Ein präziser Pass in die Tiefe schickte Andreas Rusch in der 7. Minute auf die Reise, im Eins gegen Eins mit dem Torhüter blieb er eiskalt und erzielte das 1:0. Jedinstvo fand zwar in der 12. Minute die postwendende Antwort mit dem Ausgleich, doch anders als in den Wochen zuvor liessen sich die Gäste davon nicht beirren. Appenzell behielt den Ball, die Ordnung und die Geduld. Ein Eigentor der Hausherren in der 39. Minute war weniger Zufall als Folge dieses konstanten Drucks und bedeutete den 2:1 Pausenstand für Appenzell.

Nach dem Seitenwechsel lief die Partie endgültig in die richtigen Bahnen. Erneut war es ein Eigentor, das in der 50. Minute den Weg ebnete, ehe Dimitri Wyss (vom Kader der 1. Mannschaft) zehn Minuten später zeigte, warum er an diesem Nachmittag der auffälligste Spieler auf dem Platz war: Ein Schlenzer aus 18 Metern, präzise ins Eck gezirkelt und es stand 4:1. Was folgte, war die Demonstration einer Mannschaft, die ihr Selbstvertrauen zurückgewonnen hatte. In der 80. Minute stieg Marcel Koch nach einem Eckball am höchsten und köpfte zum 5:1 ein. Nur sechzig Sekunden später zog Dimitri Wyss aus rund 16 Metern erneut ab und setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 6:1.

Die Analyse fällt für Trainer Adem Tekin eindeutig aus: Alles, was eine Woche zuvor gefehlt hatte, Kontrolle im Spielaufbau, Kompaktheit gegen den Ball, Durchschlagskraft im letzten Drittel war an diesem Sonntag wieder vorhanden. Appenzell 2 spielte mit erkennbarem Plan und verwertete seine Gelegenheiten mit einer Konsequenz, die zuletzt oft vermisst wurde. Drei Punkte, eine deutlich verbesserte Tordifferenz und, womöglich am wichtigsten, die Gewissheit, dass das Debakel gegen Winkeln ein Ausrutscher war. Der Blick richtet sich nun auf die letzten beiden Partien der Vorrunde. Die Innerrhoder weisen nach sieben Partien zehn Zähler auf und liegen von zehn Mannschaften als Aufsteiger auf dem guten fünften Rang.

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