Auf ein 1:5 des FC Appenzell gegen Herisau deutet lange wenig hin
Die 1. Mannschaft des FCA leistete gegen Herisau eine Stunde Widerstand. Trotz guter Ansätze bleibt der FC Appenzell im Tief. Tabellenführer Herisau ist weiterhin in Schwung, kann sich am Samstag aber erst in der zweiten Halbzeit absetzen. Für die Innerrhoder ist Joel Koch für den zwischenzeitlichen Ausgleich verantwortlich, auf Seite der Ausserrhoder treffen innert 57 Minuten fünf verschiedene Spieler. Schlussendlich verlor Appenzell mit 1:5 (1:2) in dem von Regen und sechs Tore geprägten 3.-Liga-Derby.
Eine Woche zuvor hatte Appenzell dem favorisierten Teufen einen Punkt abringen können, an diesem Samstag erlebten die Innerrhoder auf der Sportanlage Schaies im nächsten Derby die nächste Niederlage, die fünfte im neunten Saisonspiel. Und erneut führte ein Nachlassen in der zweiten Halbzeit zur Enttäuschung. Schon vor der Pause stellte Herisau Selbstvertrauen und spielerisches Vermögen unter Beweis. Allerdings hielten sich die Gastgeber lange gut. Auf das 0:1 von Cristian Tolino (nach einem Abpraller von Torhüter Pascal Albrecht in 28. Minute) reagierten sie in der 30. Minute mit dem raschen Ausgleich durch Joel Koch, gegen dessen sehenswerten Schuss auf der linken Seite Goalie Noah Zürcher nichts ausrichten konnte. Appenzell besass bis zu diesem Zeitpunkt annähernd gleich viele Spielanteile, wirkte konzentriert. Allerdings scheiterte noch beim Stande von 0:0 einmal Joel Koch in aussichtsreicher Position am Torhüter, und kurz darauf verpasste Kevin Streule eine Hereingabe von Leon Keller ganz knapp. "Wir waren da noch voll dabei", meinte ein enttäuschter Captain Andrej Hörler nach der Partie. Seine Mannschaft hatte allerdings noch vor der Pause in der 43. Minute den zweiten Gegentreffer zum 1:2 zu verkraften: Einer der zahlreichen Herisauer Bälle in die Tiefe erreichte Noah Jäger, der sicher abschloss.
Zunehmend Lücken offeriert
Nach der Pause wurde die Partie für ein paar Momente etwas wilder, unkontrollierter – beidseits geprägt von Fehlpässen und nicht weniger als fünf Verwarnungen zwischen der 49. und der 65. Minute. Den spielerischen Faden und das feldmässige Übergewicht fand Herisau. "Vollgas", "Willen" und "Chancen nützen": Diese drei Stichwörter nannte Gästecaptain Joel Gemperle als Gründe dafür, dass Herisau die Innerrhoder zunehmend distanzieren konnte. Auch auf Appenzeller Seite liess der Einsatz nicht zu wünschen übrig. Aber die Einheimischen wirkten nicht mehr konsequent genug, sie offerierten Lücken im Mittelfeld und in der eigenen Zone. Diese wurden einigermassen gnadenlos bestraft.
Eckbälle mit Wirkung
Dem FC Appenzell wurde (auch) das schlechte Verhalten bei gegnerischen Cornern zum Verhängnis: Der aufgerückte Verteidiger Janick Huber (68. Minute) und Paolo Tolino (70. Minute) entschieden mit ihren Treffern die Partie. Die Wechsel Herisaus hatten keinen Leistungsabfall zur Folge. Erst neun Minuten war Luis Heidrich im Spiel, als er in der 85. Minute auf 5:1 für Herisau erhöhen durfte. Die Punkte seien verdient an Herisau gegangen, das Verdikt aber etwas hoch ausgefallen, fand Appenzells Trainer Marco Pola. Zunehmend machte bei den Innerrhodern der Mut den Zweifeln Platz. Die Gäste vermochten immer häufiger mit Direktspiel vorzustossen oder in Ballnähe eine Überzahl zu schaffen. Appenzell fehlten hinten die Stabilität und nach vorne die Ideen und die Überzeugungskraft, um dem Leader länger als eine gute Stunde Widerstand leisten zu können.
Nun unter dem "Strich"
"Es bringt nichts, lange an den zurückliegenden Enttäuschungen herumzukauen", sagte Andrej Hörler. Noch zwei Durchgänge der Vorrunde sind in der Gruppe 2 zu spielen. Appenzell, das neu auf dem zweitletzten Platz klassiert ist, trifft am kommenden Sonntag auswärts auf Widnau 2 und am darauffolgenden Samstag zuhause auf Gams. Für die Moral wäre es natürlich wichtig, bald zum Siegen zurückzufinden – und möglichst über dem "Strich" in die Winterpause zu gehen. lup
Appenzell spielte mit: Pascal Albrecht; Marko Jurkic, Damien Moser, Andrej Hörler, Mario Breitenmoser; Lukas Haas (68. Mauro Fässler), Kushtrim Rexhepi (77. Dimitri Wyss), Luca Hörler (68. Neal Neff), Leon Keller; Kevin Streule, Joel Koch.
Herisau spielte mit: Zürcher; Huber (77. Kostadinovic), Gemperle, Thönig, Büeler; Jäger (76. Heidrich), Staub, P. Tolino, Gomes; C. Tolino (82. Krasniqi), M. Tolino (67. Markovic).