be-fair
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Startschuss

be-fair ist gestartet

Am Samstag, 31. Mai 2008, wurde im Foyer dal Cappucino des Gymnasiums Appenzell „be fair“ ins Leben gerufen. Der Juniorenobmann und Mitglied des Projektteams, Matthias Ebneter, konnte rund 80 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer begrüssen, darunter auch Vertreter der Standeskommission, der Schulgemeinde und des Bezirks Appenzell, des Appenzeller Kantonalen Fussballverbandes sowie des Schweizerischen Fussballverbandes.

Beweggründe

In einem ersten Block stellte Matthias Ebneter be-fair vor und erklärte dessen Hintergrund. Man stelle fest, dass im Fussball gerade auch im Juniorenbereich der Respekt vor Gegner und Schiedsrichter abnehme, Gewalt und verbale Attacken jedoch zunehmen würden. Der FC Appenzell sei bis anhin vor wüsten Szenen verschont geblieben, die eigenen Junioren seien selten Ursache von Beanstandungen. Doch man sei keine Insel und wolle lieber vorher agieren, als mit Verspätung reagieren. Da die „Täter“ nicht nur aus den Reihen der Spieler stammten, sondern auch Eltern am Spielfeldrand, Zuschauer allgemein und auch Trainer hemmende bzw. enthemmende Vorbilder seien, müsse das Problem bereiter angegangen werden.

Kinder und Jugendliche sind nicht einfach so wie sie sind

Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten Roland Koster (KAPO AI), Carlo Schmid (Landammann), Sasa Ratkovic (Schiedsrichter) und Yvonne Hoheisel (Mutter eines verstorbenen Gewaltopfers) und Matthias Ebneter (Projektmitglied) unter der Leitung von Beatrice Gmünder über Gründe und Massnahmen im Umfeld von Gewalt.

Alle Beteiligten waren sich im Grundsatz rasch einig: eine zentrale Rolle spielt die Vorbildrolle der Erwachsenen. Kinder und Jugendliche sind nicht einfach so wie sie sind, sondern wurden auch so gemacht. Durch schlechte Vorbilder – Carlo Schmid erwähnte u.a. die Diskussions-Unkultur in der „Arena“, Sasa Ratkovic die Spielereltern – und mangelnde Erziehung werde Jugendgewalt massgeblich gefördert. Weiter war die Forderung nach härteren und schnelleren Strafen für Gewalttäter unüberhörbar, auch bei den Fragen aus dem Publikum. Eine weitere Ursache wurde in der Ausgrenzung von Menschen gesehen, die ethnisch, sozial oder anders begründet sein können.

Wie soll man reagieren?

Roland Koster und Carlo Schmid machten noch Angaben zu den Verhältnissen in Appenzell. Appenzell sei zum Glück bis anhin von schweren Vorfällen verschont geblieben. Man müsse auch sehen, dass es schon früher Schlägereien gegeben habe. Allerdings habe sich die Gewalt – auch auf den Pausenplätzen – verlagert, von der rein physischen zur psychischen Gewalt hin. Als Stichworte wurden Mobbing, Drohung und Erpressung genannt.

Wie man denn reagieren solle, wurde Roland Koster gefragt. Sicher dürfe man nicht einfach wegschauen und vorbeigehen. Man solle sich aber auch davor hüten, den Helden spielen zu wollen, da dies für einen auch böse ausgehen könne. Wichtig sei die Benachrichtigung der Polizei. Alle weiteren Massnahmen hingen von der Situation und der eigenen Person ab.

Nach der Diskussion bestand die Möglichkeit, Fragen aus dem Publikum zu stellen, was rege genutzt wurde. Eine Wortmeldung kam auch seitens des Vertreters des SFV, Charles Rubli, welcher Auskunft zu Erhebungen des Verbandes gab.

Vereinstrainer mit Logo - Apéro für Gäste und Publikum

Im Anschluss wurde dann der neue Vereinstrainer vorgestellt. Auf dem Trainer ist das „be fair“ Logo aufgedruckt. Es soll helfen durch die visuelle Präsenz die Vereinsmitglieder beim Tragen des Trainers an die Grundsätze von Fairness zu erinnern.

Am Ende der Podiumsdiskussion wurde den Teilnehmern ein kleines Präsent überreicht. Natürlich durfte auch ein kleiner Blumenstrauss für die Damen nicht fehlen. Alle Besucher waren im dann zu einem Apéro eingeladen, bei welchem bewusst auf alkoholische Getränke verzichtet wurde. Als kleines Präsent konnten alle Gäste ein Reissverschluss Zipp mit dem "be fair" Logo mitnehmen.

Sponsoren

Der Anlass wurde grosszügig von verschiedenen Sponsoren unterstützt: